Futtermittelanalyse

Futterdeklarationen richtig verstehen!

Was ist wirklich im Hundefutter drinnen und was heißt, dass eigentlich was da oben steht?

 

                                                                                            

Analytische Bestandteile:
Diese Angaben finden wir auf allen Futtermitteln, aber was bedeuten sie und sagen sie etwas über die Qualität des Futters aus?

Inhaltsstoffe sind chemisch messbare Bestandteile eines Futters und werden mit der chemischen Analyse nach Wender (Standardverfahren zur Ermittlung der Inhaltsstoffe von Futtermitteln) gemessen. Die Angabe erfolgt in Prozent.

 
  • Rohprotein
           Hier werden die stickstoffhaltigen Verbindungen erfasst, d.h. nicht nur Protein, sondern auch Aminosäuren sowie alle Verbindungen eiweißähnlicher Natur.
 
  • Rohfett
Das ist die Angabe über die Bestandteile des Futters, die sich im Fettlösungsmittel lösen lassen. Also alle enthaltenen reinen Fette und essenziellen Fettsäuren, aber auch Wachse und fettlösliche Vitamine.
 
  • Rohfaser
           Dies ist die Angabe über den Gehalt an schwerverdaulichen oder unverdaulichen Inhaltsstoffen pflanzlicher Herkunft.
 
  • Rohasche
 Hier handelt es sich um die Angabe über den theoretischen Wert der bei Verbrennen des Futtermittels (im Ofen mit bis zu 550 Grad) übrigbleiben würde. Dieser Wert ist gleichbedeutend mit   dem mineralischen Bestandteil des Futters (Mineralien, Spurenelemente, Silikate aus der Erde)
 
  • Feuchtigkeit
           Diese Laboranalyse liefert jedoch keine Aussage über die Verfügbarkeit und Verdaulichkeit der Nährstoffe und sagt daher nichts über die Qualität oder Herkunft aus.

                                                                                           

Weiters werden noch diverse Stoffe dem Futter zugesetzt, aber was sind solche Zusatzstoffe?

Definition:
Zusatzstoffe sind Stoffe, Mikroorganismen oder Zubereitungen die aufgrund ihrer technologischen, sensorischen, ernährungsphysiologischen oder zootechnischen Wirkung von Futtermitteln eingesetzt werden.

 
  • Technologische Zusatzstoffe:
    • Konservierungsmittel: Dadurch wird eine längere Haltbarkeit des Futters erreicht und sie bieten Schutz vor Hefen und Schimmelpilzen. Natürliche Konservierungsstoffe können  Meersalz, Rosmarin, Thymian, Fermentation (chemische Umwandlung von Stoffen durch Bakterien und Enzymen), Salbei, Oregano, … sein
       
    • ​Antioxidantien: Sie schützen Fett vor dem Ranzig werden, dienen aber auch zur Konservierung. Außerdem schützen sie die Zellwände und sorgen für schnellere Wundheilung. Natürliche Konservierungsstoffe sind: Yucca Extrakt, Rosmarin, Leinsamen, Tagetes (Korbblütler), Pflanzenöle, Getreidekeime, Vitamin E, L-Carnitin, …
       
    • Stabilisatoren, Geliermittel, …: Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungsmittel und Geliermittel beeinflussen das Aussehen und die Konsistenz der Futtermittel und binden Wasser. So sorgen Bindemittel dafür, dass feine Feststoffe (beispielsweise Pulver) miteinander verkleben. Das bekannteste Bindemittel ist Gelatine, aber auch Eigelb, Stärke oder Mehlbutter werden häufig als Bindemittel verwendet.
  • Sensorische Zusatzstoffe: Farbstoffe, Aromastoffe: Beeinflussen das Aussehen und den Geschmack des Futtermittels.
 
  • Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamine, Spurenelemente: Das sind Zusatzstoffe mit Nährstoffcharakter wie
    • Spurenelemente (Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Jod, Cobalt, Selen)
    • Vitamine und Provitamine (A, D, E, K, B1, B2, B12, b-Carotin, Biotin)
    • Aminosäuren und ihre Salze z.B. Lysin, Methionin, Threonin, Taurin, usw.
       
  • Zootechnische Zusatzstoffe: Das ist jeder Zusatzstoff, der die Leistung und den Gesundheitszustand von Tieren oder die Auswirkung auf die Umwelt positiv beeinflussen kann. Z.B. verdauungsfördernd, Mikroorganismen
     
Die Deklaration oder auch Zusammensetzung lässt im Gegensatz zu den analytischen Bestandteilen auf die Qualität des Futters schließen.

Wie kann so eine Deklaration aussehen?

Bei der Zusammensetzung deklariert der Hersteller die einzelnen Bestandteile des Futters. So kann nachvollzogen werden, ob zum Beispiel der angegebene Proteingehalt tierischen oder pflanzlichen Ursprungs ist.

Die Auflistung erfolgt stets in Reihenfolge ihrer relevanten Menge bezogen auf die Frischsubstanz, bei Trockenfutter bedeutet das VOR der Verarbeitung.

Arten der Deklaration:
  • Geschlossene Deklaration: Zusammenfassung der Einzelkomponenten in Gruppen ohne Spezifizierung. 
    Beispiel: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Fisch und Fischnebenerzeugnisse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe
 
  • Halboffene Deklaration: Gruppendeklarationen, jedoch zusätzliche Angaben einzelner Komponenten in Prozent 
    Beispiel: 70 %Fleisch (davon 60% Kalb und 40% Pute), 28% tierische Nebenerzeugnisse (davon 60% Innereinen), 2% Mineralien
 
  • Offene Deklaration: Deklaration aller im Futter befindlichen Komponenten mit ihrer genauen prozentuellen Angabe: 
    Beispiel: 32 % Hühnerfleisch,16% Hirsebrei, 10% Hühnerherz, 10% Hühnermägen, 8% Karotte, 7% Hühnerhals, 7%, Hühnerbrühe, 7% Hühnerleber, 2% Sellerie, 1% Hanfsamenöl, 0,5% Petersilie, 0,5% Löwenzahn​

Die offene Deklaration ist vorzuziehen, da nur bei dieser Darstellung der Inhaltsstoffe eine aussagekräftige Beurteilung der Qualität des Futtermittels gegeben ist.

Tipp: Loys praktiziert eine offene Deklaration! Hier kann ich als Kunde sicher sein, tatsächlich das zu bekommen, was ich möchte ohne verwirrende Angaben oder falsche Versprechungen!

Für weitere Informationen oder wenn Sie Hilfe bei der Beurteilung bzw. Auswahl des richtigen Futtermittels benötigen, wenden Sie sich vertrauensvoll an uns!
Alles Liebe Eure Bettina von Mr. & Mrs. Dog!