Katzen richtig barfen!


 
In unserem heutigen Blog Artikel beschäftigen wir uns mit dem Thema der artgerechten Ernährung bei Katzen.

Was bedeutet es aber eigentlich seine Katze artgerecht zu ernähren?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir uns die Beutetiere der Katze genauer ansehen. Denn Katzen sind Beutetierfresser.

Das heißt, dass sich die Fütterung unserer Katzen an den natürlichen Beutetieren orientieren sollte.Die bevorzugten Beutetiere einer Katze sind sicherlich Mäuse und andere Kleintiere.
 
Aus welchen Bestandteilen besteht nun aber so ein Beutetier und welche Nährstoffe liefern diese Beutetiere einer Katze?
 

Bei den meisten Beutetieren sieht die “Zusammensetzung” in etwa so aus:
  • Muskelfleisch
  • Knochen
  • Innereien
  • Haut & Fett Blut
  • Sehnen und Knorpel
  • Fell / Gefieder / Mageninhalt - Ballaststoff
  • Wasser

Das heißt, um eine Katze artgerecht zu ernähren, bauen wir uns einfach eine Maus nach und das kann wie folgt aussehen:

Bestandteil Nr. 1: Fleisch
Fleisch liefert das benötigte Protein. Gefüttert werden kann jedes Fleisch abhängig vom Geschmack der Katze. Lediglich rohes Schweineschfleisch darf wegen der Aujeszky-Viren, die die für Katzen und Hunde tödliche Pseudo-Tollwut auslösen können, nicht gefüttert werden.
Gekochtes Schweinefleisch kann hingegen verfüttert werden, da der Erreger bei Temperaturen über 60 Grad inaktiviert wird.
Abwechslung ist bei der Fleischauswahl empfehlenswert: Zum einen, um die Katze nicht nur an eine Fleischart zu gewöhnen. Zum anderen, um die Nährstoffe immer mal wieder ein klein wenig zu variieren.

TIPP: Halten Sie aber immer mindestens eine Fleischsorte zurück, die Sie ganz bewusst nicht füttern. Diese wird benötigt, falls irgendwann einmal eine Ausschlußdiät aufgrund eines Allergieverdachts durchführt werden muss.

Auch das Herz und die Mägen zählen zum Muskelfleisch. Mägen sind jedoch sehr zäh und für ungeübte Katzen sollten sie vorab zerteilt werden.

Katzen

Bestandteil Nr. 2: Innereien
Was immer die Katze mag kann gefüttert werden. Es sollte zumindest 2x pro Woche eine Ration Herz, Magen, Lunge, Niere und/oder Leber gefüttert werden.

Vorsicht: Nicht zu viel Innereien (vor allem Leber) auf einmal füttern, denn das kann Durchfall oder einen Vit. A Überschuss verursachen.

In kleinen Mengen sind sie allerdings sehr wichtig für unsere Katzen. Wenn keine Innereien – vor allem Leber – gefüttert werden, dann muss auf jeden Fall Vitamin A durch Nahrungsergänzungen zugeführt werden.

Bestandteil Nr. 3: Fett
Katzen benötigen essentielle Fettsäuren, daher ist Fett ein weiterer wichtiger Faktor im Futter. Der Fettgehalt des Futters sollte für Katzen zwischen ca. 9 und 16%, bezogen auf die Gesamtfuttermenge, liegen.

Fett ist unter anderem wichtig für die Versorgung mit essentiellen Fettsäuren, die Energiegewinnung und die Verwertung der fettlöslichen Vitamine.
Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen nicht in der Lage, Pflanzenöle zu verstoffwechseln. Daher muss hier auf tierische Fette und Öle zurückgegriffen werden. Wenn das Fleisch zu mager ist eignet sich Schweineschmalz hervorragend um den Fettgehalt des Futters zu erhöhen.

Empfehlenswert ist außerdem die tägliche Ergänzung mit einem Omega-3-reichen Öl aus tierischen Quellen. Dazu zählen Lachsöl und Krillöl. Einige Tropfen am Tag reichen aus.

Bestandteil Nr. 4: Knochen
Knochen sind ein wertvoller Calciumlieferant. In Knochen ist jedoch nicht nur Calcium enthalten, sondern auch Phosphor, sowie eine Vielzahl von Spurenelementen und Mineralien. Calcium wird für den Aufbau und Erhalt von Knochen, Gelenken, Zähnen und Fell benötigt. Die Menge ist nicht unwichtig, da eine starke dauerhafte Über- oder Unterdosierung von Calcium schädlich sein kann.

Als Calciumlieferant kann man entweder Knochen nutzen oder auf einen Futterzusatz zurückgreifen. Phosphor ist im Fleisch in ausreichender Menge
enthalten. Da im Verhältnis mehr Calcium als Phosphor zugeführt werden sollte, macht eine Calciumsupplementierung – auch bei Knochenfütterung – Sinn.

Als Knochen sollte man nur kleine, weichere, katzenkompatible Knochen füttern, wie z.B. Hühnerhälse oder Hühnerflügel.

Wichtig: Knochen dürfen NIE gekocht gefüttert werden, da der Garprozess dem Knochen Wasser entzieht und die Splitter-Gefahr steigt.

Es gibt auch Katzen, die Knochen nicht gut vertragen und schnell mit Verstopfung oder sehr festem Kot reagieren. Wer aus diesen oder anderen Gründen keine Knochen füttern mag, kann Calcium z.B. durch Calciumcitrat, Eierschalenmehl, Algenkalk, Fleischknochenmehl etc. zufüttern. Insbesondere bei älteren Katzen kann es sinnvoll sein, Calcium durch reine Calciumpräparate zu supplementieren, um die Nieren zu schonen. Nierenkranke Tiere sollten weder Knochen noch Knochenmehl bekommen.

Bestandteil Nr. 6: Taurin
Taurin ist eine Aminosäure, die Katzen für die Funktion der Herzmuskel- sowie der Sehzellen und für die Gallensäureproduktion benötigen.

Katzen haben im Vergleich zu anderen Säugetieren einen relativ hohen Taurinbedarf, der komplett über die Nahrung zugeführt werden muss. Man geht hierbei von einem Tagesbedarf von ca. 100 – 500 mg pro Katze aus.

Herz ist ein sehr guter Taurin Lieferant. Eine Barf Mahlzeit kann bis zu 20% aus Herz bestehen. Geflügelherzen eignen sich dazu sehr gut. Alternativ kann auch Taurinpulver zum Fleisch gegeben werden.

Taurin

Bestandteil Nr. 7: Ballaststoffe
Katzen benötigen nur einen sehr geringen Anteil an Ballaststoffen. In einem Beutetier sind Mageninhalt und teilweise auch Gefieder / Fell etc., dieser Anteil ist jedoch meist nicht höher als 1-2%. Bei der Rohfütterung sollte man daher den Ballaststoffbedarf individuell festlegen.

Es kann z.B. püriertes, gekochtes, feingeraspeltes Gemüse , oder aber auch Pseudo-Getreide, wie etwa Amaranth, Buchweizen, Hirse oder Quinoa verwendet
werden. Dies muss jedoch weicht gekocht werden, da es die Katze sonst nicht verstoffwechseln kann.

Es kann aber auch alternativ auf Flocken zurückgegriffen werden. Gut geeignet sind auch gequollene Flohsamenschalen.

Bestandteil Nr. 8: Wasser
Ein Beutetier besteht zu ca. 70% aus Wasser. Dies ist von Bedeutung, da Katzen als ursprüngliche Wüstentiere kaum trinken, sondern die von ihnen benötigte Flüssigkeit fast ausschließlich über die Nahrung aufzunehmen. Bei der Zusammenstellung des Futters darf Wasser also nicht vergessen werden.

Wie kann eine Tagesration für eine Katze nun konkret aussehen?
Tagesmenge: 25-50g pro kg Körpergewicht – hierbei handelt sich nur um einen Richtwert! Der Bedarf sollte immer an die individuellen Bedürfnisse der Katze angepasst werden!
  • 80% rohes Fleisch mit Knochen (Knochenanteil 5-10%)
  • 10% Innereien
  • 5 % Zusätze (Lachsöl, Taurin, Algenkalk, Ei etc.)
  • 0-5 % Ballaststoffe (Obst, Gemüse, Leinsamen, usw.)
Zusätze: 
  • Täglich: 100-500mg Taurin, Lachsöl & eine Messerspitze Eierschalenpulver oder Algenkalk
  • Abwechselnd: 1Eigelb (roh) pro Woche, jeweils eine Brise: Spirulina (Magnesium), andere Algen (Jod), Multimineral- und Vitaminmischungen (keine chemischen Vitamintabletten!), Meersalz (Natrium)
  • Auch Bierhefe ist gesund (B-Vitamine) (Vorsicht: manche Katzen reagieren mit Durchfall und/oder Erbrechen darauf, dann bitte nicht mehr geben). Bierhefe ist auch für Katzen mit Ohrenproblemen oder Pilzbefall nicht geeignet!
  • Als Kur können während des Fellwechsels täglich (ca. 4 Wochen lang) 2-4 Tropfen Nachtkerzenöl zugefüttert werden.
  • Für die Gelenke kann 1x im Jahr eine 8 Wochen Kur mit Grünlippmuschelpulver gemacht werden. Pro Tag bekommt eine Katze max. 0,5g.
Was darf nicht verfüttert werden?
  • Milch
  • Nachtschattengewächse
  • max. 2x pro Woche rohen Fisch füttern, da er Vitamin B abbauen kann
  • Zucker
  • Getreide
  • rohes Schweinefleisch
Wie sollte die Futterumstellung erfolgen?
Die Futterumstellung sollte auf jeden Fall langsam erfolgen. Beginnen Sie damit, dass Fleisch als Leckerli zwischendurch zu füttern. Wenn Ihre Katze das gut frisst und gerne mag, dann können Sie versuchen einen Teil einer Mahlzeit (max. 20%) mit dem Fleisch zu ersetzen. Als nächster Schritt wird eine ganze Mahlzeit mit dem Fleisch ersetzt und so weiter…

TIPP: Katzen fressen nichts was sie nicht kennen, daher benötigen wir hier vermutlich viel Geduld und Ausdauer. Bleiben Sie aber auf jeden Fall dran und geben Sie nicht zu schnell auf! Bei Katzen greift oft der Gewöhnungseffekt! Probieren Sie es einfach immer wieder!
Zu Beginn kann es auch helfen, dass Fleisch kurz anzubraten. Das warme Fleisch ist für Katzen erfahrungsgemäß sehr attraktiv. Katzen jagen auch gerne Mal ihr Futter, das heißt Sie könnten einfach das Fleisch fallen lassen und die Katze darf es sich stibitzen. Dann wird es gleich viel interessanter .

Fassen wir hier noch einmal die Vorteile des Barfens für Katzen zusammen:
  • Gesunde Zähne und Vorbeugung von Zahnstein
  • Vorbeugen und Behandeln von Futtermittelallergien
  • Artgerechte Ernährung durch einen großen Fleischanteil
  • Stärkt das Immunsystem
  • Vorbeugung von Nierenerkrankungen
  • Besseres Haut- und Fellkleid
  • Genau Kenntnis was in den Fressnapf wandert
  • Höherer Nährwert
  • Höhere Qualität und Frische
  • Keine Chemie, Synthetik, Konservierungsstoffe

 
Bei Fragen und Infos zu weiteren Details können Sie sich natürlich gerne an mich wenden!

Alles Liebe Eure Bettina von Mr. & Mrs. Dog!
www.mrandmrsdog.at
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